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Spiegelsplitterwahrheiten Propaganda erklärt die Welt nicht Montag, den 26. Januar 2026 Wir müssen aufhören, an Propaganda zu glauben. Das gilt natürlich auch für die Propaganda der anderen. Aber: Woran meine Liebe glauben wir dann noch? Dieser Refrain, mit dem Georg Danzer 1995 seinen Song „Weiße Pferde“ sozusagen unsterblich machte, kommt heute im populistischen Zeitalter wieder eine ganz besondere Bedeutung zu. Anders ausgedrückt: In einer Zeit, in der Populismus sozusagen wirklichkeitsbestimmend ist, dürfte es keine leicht zu erbringende Aufgabe sein, Propaganda durch Wissen und Vernunft zu ersetzen. Bildung lässt sich durch Propaganda sowieso nicht vermitteln. Warum ist das so? Wir können ohne eine glaubwürdige Geschichte auf Dauer nicht existieren, denn die liegt der Kultur zugrunde, in der wir uns zurzeit brefinden, die aber – das ist nicht nur in Deutschland so, sondern auch in anderen westeuropäischen Staaten – als die Kultur des „alten weißen Mannes“ bezeichnet wird, unter der, um das mit einem Wort auszudrücken, eine „Täterkultur“ verstanden wird, die es abzulehnen gilt. Die damit verbundenen Auswirkungen sind bedeutsam, denn wir benötigen eine Geschichte, die die Welt um uns herum zu erklären vermag. Keine Geschichte zu haben, ist gefährlich, denn sie spaltet eine Gesellschaft. Wir können zwar auch mehrere einander überlappende und ergänzende Geschichten haben, aber wir brauchen letztendlich eine Geschichte, die die Schlüsselelemente unserer Erfahrung zu erklären vermag, eine Geschichte, die unserem Weltbild entspricht. Angesichts dieser Notwendigkeit stehen wir heute vor ernsthaften Problemen, denn wir stehen vor einer Entscheidung, eine Geschichte aufgeben zu müssen, die nicht mehr berücksichtigt, was wir tatsächlich beobachten. Wir glaubten und glauben immer noch an den wissenschaftlichen Fortschritt und an grenzenloses Wachstum, aber diese Geschichte zerrinnt, wie Sand zwischen den Fingern, denn diese Geschichte lässt sich in einem biblischen Satz zusammenfassen. Macht euch die Erde untertan.
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Mose 1,28 Die biblische Rechtfertigung der „Unterwerfung der Natur durch den Menschen“ deutete schon in den 1960er Jahren der US-Wissenschaftshistoriker Lynn White als Wurzel der ökologischen Krise, weil das jüdisch-christlich geprägten Denken den Menschen eben als Herrscher über die Schöpfung verstehe. In seinem Buch "The Historical Roots of Our Ecological Crisis" wies Lynn White nach, dass die Entwicklung von Wissenschaft und Technologie insbesondere im mittelalterlichen Europa die Entstehung tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen in Gang gesetzt habe, die sowohl für unsere moderne industrialisierte Welt als auch für unsere alarmierende ökologische Krise richtungsweisend waren.
Kurzfassung: Mehr als 60 Jahre mahnender Worte, vorgetragen von einer Vielzahl unterschiedlichster Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern haben aber wohl nicht ausgereicht, den Glauben daran zu erschüttern, dass es das Recht des Menschen ist, die Natur und ihre Ressourcen ausbeuten zu können, obwohl deren negative Folgen heute nur noch von Ignoranten übersehen werden können. Festzustellen ist, dass es bis heute noch niemandem gelungen ist, diese Geschichte unseres Herrschaftsanspruchs durch eine zeitgemäßere Geschichte zu ersetzen. Die Zweifel daran, der Ausbeutung und der Zerstörung der Natur entgegenzutreten, werden, nachdem sie formuliert und in Politik umgesetzt wurden, heute sogar wieder besseres Wissen rückgängig gemacht. Durch Propaganda, denn diese Mittel erlauben es den Menschen, komplexe Dinge zu vereinfachen, sie sozusagen alltagstauglich zu machen, indem das Denken auf Parolen und Sprüche reduziert wird, die als Problemlösungen verstanden werden:
Von solchen „Kurzgeschichten“ kann nur eine destruktive Wirkung ausgehen, denn diesen Programmsätzen fehlt es nicht nur am Inhalt, sondern auch an der Kraft, die Welt zu erklären, in der wir erneut nach dem suchen, was verloren gegangen zu sein scheint, die Orientierung. Anders ausgedrückt: Erst wenn wir wieder dazu in der Lage sind, glaubwürdigere Geschichten über die Wirklichkeit zu erzählen als die, die heute dem woken Zeitgeist oder anderen politischen Ideen der Selbstzerstörung formuliert und eingefordert werden, köpnnen wir erkennen, dass auch aus einer bunten Gesellschaft wieder eine Gemeinschaft werden kann, der es sicherlich nicht an der Farbe fehlen wird. Doch wir verhalten uns wie Klammeraffen, die nicht sehen wollen, was sie sehen und die krampfhaft sich an das klammern, was sie kennen, was ihnen bisher Sicherheit gegeben konnte, weil das ja noch „gestern“ funktioniert hat, zumindest so einigermaßen. Die Geschichte „Wir müssen wieder kriegsfähig werden“, dürfte sich im Deutschland von heute aber wohl kaum dazu eignen, als eine anzustrebende Erfolgsgeschichte angesehen zu werden, denn diese Erfolgsgeschichte hat schon einmal zur totalen Katastrophe geführt. Wie dem auch immer sei: Die Old Guards von heute, gemeint ist die unsterbliche Truppe von Söldnern in dem Gewaltepos „The Old Guard“ aus dem Jahr 2020, in dem Soldaten, angeführt von einer Frau, die seit Jahrhunderten dafür kämpft, die Menschheit zu beschützen, ihre Truppe beharrlich auf eine Parole einschwört, die folgenden Wortlaut hat: Mach dich bereit für den Kampf deines Lebens.
Trailer auf YouTube: Diese Zukunftsgeschichte wird scheitern. Warum? Schon Adolf Hitler schwörte seine Führungselite, seine Generäle und natürlich auch sein Volk ein, dass es zu Kämpfen galt um zu siegen, oder unterzugehen. Wie diese Erzählung ausgegangen ist, das dürfte hinreichend bekannt sein. Inhaltsverzeichnis Spiegelsplitterwahrheiten
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