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Normalitätsverlust in Deutschland

Dienstag, den 2. Juni 2026

Denk ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
Ich
kann nicht mehr die Augen schließen,
Und meine heißen Tränen fließen.

Heinrich Heine (1797-1856)

Diese erste Strophe des Gedichts „Nachtgedanken“ hat Heinrich Heine 1843 im französischen Exil geschrieben, wo der Dichter, seit 1831 lebte, weil er in Deutschland massiven politischen und gesellschaftlichen Repressionen ausgesetzt war. Heinrich Heine ging es darum, politische Missstände der damaligen Zeit zu kritisieren, wozu auch heute wieder begründeter Anlass besteht, denn Deutschland hat wieder einmal seine Normalität verloren. Nicht von heute auf morgen, sondern im Laufe der Zeit, was – dem Fortschritt folgend bedeutet – dass der Normalitätsverlust immer schneller voranschritt, denn heute muss ja bekanntermaßen alles immer schneller gehen. Anders ausgedrückt: Heute gedacht, morgen gemacht.

Welche Veränderungen vom Normalen hin zum Kranken könnten damit gemeint sein?

Die folgenden Beispiele sind nicht abschließend:

  • Veränderungen durch Migration

  • Kultureller Wandel

  • Gesellschaftliche Veränderungen bei Familienbildern, Religion und Geschlechterrollen

  • Auswirkungen der Digitalisierung und der sozialen Medien

  • Wirtschaftliche Entwicklungen wie steigende Lebenshaltungskosten oder Wohnungsknappheit

  • Wohlstandsverlust

  • Arbeitsplatzverlust

  • Zunehmender Vertrauensverlust in die politischen Eliten

  • Drohender Zusammenbruch der Sozialsysteme.

Der Verlust von Normalität lässt sich aber auch wie folgt beschreiben: Explosion von Gewalt, Messerangriffe, Parallel- bzw. Gegengesellschaften, Überforderung, Kontrollverlust, Clanstrukturen, sexuelle Übergriffe, Massenvergewaltigungen, Zwangsprostitution Minderjähriger, ausufernde Bürokratie, Standortflucht, Wohlstandsverluste und Parteien, die nicht dazu in der Lage sind, einzusehen, dass sie es waren, die diesen Normalitätsverlust nicht nur zugelassen, sondern sogar gewollt haben.

Und bevor ich es vergesse: Auch explodierende Sozialkosten, eine gigantische Zunahme der Staatsverschuldung sowie der politische Wille, die Bundeswehr wieder kriegsfähig zu machen, haben die Normalität der verfassungsrechtlichen Ordnung in Deutschland zerstört, ergänzt durch unbezahlbar gewordener Wohnraum in den Großstädten, Schulen, an denen kaum noch deutsch gesprochen wird, kommunale Haushaltslöcher und Politiker, die immer noch die illegale Migration mit gelungener Einwanderung verwechseln. All diese Stichwörter lassen erkennen, dass etwas sich zur „Normalität hin entwickelt hat“, das diese Bezeichnung wirklich nicht mehr verdient. Sogar immer mehr Muslime sind nicht mehr dazu bereit, hinzunehmen, dass ihre Kinder in Schulen „schwul gemacht“ werden.

Der Verlust von Normalität geht aber noch weiter:

  • Die kostengünstige Energiequelle Russland wurde aufgegeben und durch Amerika ersetzte, was mehr als doppelt so teuer ist.

  • Nunmehr sind die europäischen Staats- und Regierungschefs sogar dazu entschlossen, auch ihre billigsten Quellen für Industriegüter nicht mehr aus China zu importieren, sondern durch amerikanische Industriegüter zu ersetzen.

  • Während Amerika seine imperiale Macht über Europa ausbaut, befindet sich Europa sozusagen im Niedergang, Deutschland eingeschlossen.

  • Die Angst in Brüssel vor der Wirtschaftsmacht Chinas trifft in Peking, wie das zu erwarten ist, auf Feindseligkeit. Dort warnen bereits Beamte davon, dass China auf jegliche Schutzmaßnahmen reagieren wird.

Und wenn China erst einmal den Export seltener Erden an die Staaten der EU einstellt, dann dürfte es mit der Digitalisierung dort bald zu Ende sein, denn seltene Erden gibt es in Europa nicht, wohl aber in der Ukraine. Deshalb muss die Ukraine den Krieg ja auch gewinnen, denn die Ukraine wäre nicht nur das größte, fruchtbarste und rohstoffreichste Land Europas, wenn es zur EU gehören würde. Die dort vorhandenen Rohstoffe werden einfach benötigt, um von China nicht abhängig zu sein.

Zusammenfassung: Die Normalität vergangener Jahre ist verloren gegangen. Wie die Normalität von morgen aussehen wird, das weiß heute noch niemand, es sei denn, dass die Unordnung von heute zur Normalität erklärt wird. Zu hoffen bleibt, dass die politischen Eliten in den großen Staaten der EU doch noch über so viel Restvernunft verfügen, dass es ihnen gelingt, davon Abstand zu nehmen, Russland sozusagen zu einem Krieg zu provozieren.

In diesem Zusammenhang sei auf einen offenen Brief von Jeffrey Sachs verwiesen, der sich an Bundeskanzler Friedrich Merz richtete und in der Berliner Zeitung am 27. Mai 2026 veröffentlicht wurde.

In diesem Brief fordert Sachs den Bundeskanzler dazu auf, unverzüglich diplomatische Gespräche mit Russland aufzunehmen und direkt mit dem russischen Präsidenten über eine Friedensordnung in Europa zu verhandeln, um eine weitere militärische Eskalation zwischen Europa und Russland zu verhindern, und Deutschlands Rolle als Vermittler statt als Treiber einer Konfrontation wahrzunehmen. Sachs argumentiert, dass sich die Lage in Europa dramatisch verschlechtert habe und Europa sowie Russland „in einen offenen Krieg schlittern“ würden. Er kritisiert die bisherige europäische Politik gegenüber Russland und sieht Deutschland in einer Schlüsselrolle für diplomatische Initiativen. Bereits im Dezember 2025 hatte Sachs in einem früheren offenen Brief an Merz Diplomatie nicht nur eingefordert, sondern sich eindringlich für die Notwendigkeit einer europäischen Sicherheitsordnung unter Einbeziehung Russlands und eine Neubewertung der NATO-Osterweiterung plädierte.

Zu dem lesenswerten offenen Brief in der Berliner Zeitung

Die Bundesregierung aber scheint an Diplomatie nicht interessiert zu sein. Dort herrscht die Sichtweise vor: Mit den Russen sprechen wir nicht.

Die Frage, die sich aus dieser Verweigerungshaltung ergibt, lautet, ob diese unverzeihliche Dummheit nicht im Gegensatz zur verfassungsrechtlich gebotenen Normalität steht, denn im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland gibt es mehrere Bestimmungen, die Deutschland zum Frieden und zur Völkerverständigung verpflichten.

Die wichtigsten sind:

Präambel
Das deutsche Volk erklärt dort seinen Willen,

dem Frieden der Welt zu dienen“.

Das ist ein grundlegender Leitgedanke des Grundgesetzes.

Artikel 1 Absatz 2
Das
Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

Hier wird Frieden ausdrücklich als Verfassungswert genannt.

Artikel 26 Absatz 1
Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig.

Das ist das zentrale Friedensgebot des Grundgesetzes. Angriffskriege und entsprechende Vorbereitungen sieht das Grundgesetz nicht vor.

Artikel 24 Absatz 2
Der Bund kann sich in „Systeme gegenseitiger kollektiver Sicherheit“ einordnen, um „eine friedliche und dauerhafte Ordnung in Europa und zwischen den Völkern der Welt herbeizuführen und zu sichern“.

Das bildet die Grundlage für internationale Friedensordnungen und Bündnisse.

Der Verlust dieser verfassungsrechtlich gewollten Normalität wiegt besonders schwer. Ein Deutschland, das wieder kriegsfähig werden will, ist nicht nur eine Gefahr für sich selbst, sondern eine Gefahr für ganz Europa.

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