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Spiegelsplitterwahrheiten Pfingsthitze - ein eingebildeter Klimanotstand Donnerstag, den 21. Mai 2026 Auch wenn der ehemalige Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) in seiner Eigenschaft als Mitglied in der Expertenkommission „Klima und Gesundheit“ der WHO, dazu auffordert, wegen der Klimakrise den globalen Klimanotstand auszurufen, und die Notwendigkeit des Notstands mit Hunderttausenden von Toten allein in Europa begründet, dürfte diese Diagnose wohl kaum auf das Klima, wohl aber auf die von Menschen geschaffene Umwelt zurückzuführen sein, die bei Hitze durchaus Gefahren für Menschen auszulösen vermag. Wie dem auch immer sei: Auch in den Medien lassen allein die Überschriften im Hinblick auf die zu erwartende „Pfingsthitze“ erahnen, dass der Sommereinbruch, der über Pfingsten zu erwarten ist, für Menschen extrem gefährlich sein könnte:
Merkur.de Grund für die Gefahr, die von Hitze ausgeht, ist aber weniger die zu erwartenden sommerlichen Temperaturen, sondern eher die moderne Stadt selbst, die nicht mehr wirklich eine Stadt, sondern eher als ein elektrischer Organismus anzusehen ist, der als Architektur verkleidet ist, und der auf Hitze ganz anders reagiert, als das sich viele wünschen und sich manche nicht einmal vorstellen können. Was ist damit gemeint? Wenn in einem vollklimatisierten Hochhaus, das über große Fensterflächen verfügt, im Sommer der Strom ausfällt, dann weiß jeder Bewohner innerhalb kürzester Zeit, dass es für ihn besser ist, das Gebäude zu verlassen. Und wenn der Strom in einer ganzen Stadt ausfällt, dann entsteht daraus schnell eine Katastrophe, wenn der Schaden nicht binnen weniger Stunden behoben wird. Und dass solch eine Katastrophe in der Welt von heute binnen Stunden Wirklichkeit werden kann, das kann mahnenden Stimmen entnommen werden, die vor den Folgen warnen, wenn in den Golfregionen bei Wiederaufnahme des Irankrieges die elektrische Infrastruktur zerstört werden sollte, denn dann funktioniert dort gar nichts mehr: Weder Meerwasserentsalzungsanlagen noch Klimaanlagen, und bei Außentemperaturen von gut 60 Grad bleibt dann dort Millionen von Menschen gar nichts anderes übrig, als binnen von drei Tagen das Land zu verlassen, denn eine längere Überlebenschance wird ihnen wohl kaum gewährt werden. Hier in Deutschland würde man einen Stromausfall eher als einen „Blackout“ bezeichnen, womit ein unvorhergesehener, großflächiger und langandauernder Zusammenbruch der Stromversorgung gemeint ist. Wie viele solcher Zusammenbrüche bisher verhindert werden konnten, das weiß niemand so ganz genau, anzunehmen ist, dass es bereits mehrere Beinahezusammenbrüche der Stromversorgung gegeben hat. Wie dem auch immer sei: Wir merken davon nichts, weil Elektrizität – psychologisch betrachtet – unsichtbar geworden ist. Sie existiert zwar überall und nirgendwo auf einmal und funktioniert, von kleinen Störungen einmal abgesehen, so zuverlässig, dass Menschen sogar aufhören, sie überhaupt als Infrastruktur wahrzunehmen, weil sie Elektrizität einfach als etwas Naturgegebenes wahrnehmen. Diese Illusion verschwindet mit erschreckender Geschwindigkeit, sobald es tatsächlich zu länger andauernden Stromausfällen kommt. Aber doch in Deutschland nicht? Undenkbar, in der besten Demokratie aller Zeiten, kann nicht sein, was nicht sein darf. Und wenn es doch zu einem Blackout kommt? Was ist dann zu erwarten?
Und was kommt danach, wenn es sich nicht bloß um eine kleine Störung handelt, für die natürlich menschliches Versagen verantwortlich gemacht werden wird?
Und dann?
Und dann?
Und dann?
Zurück zu der zu erwartenden Pfingsthitze: Es sind nicht die sommerlichen Temperaturen, vor denen Karl Lauterbach im Namen der WHO warnen sollte, vielmehr ist es die vom Menschen geschaffene hochtechnisierte Umwelt, die beim Versagen oder durch Zerstörung das Leben von Millionen von Menschen gefährden kann. Es ist nicht der Klimawandel, vor dem wir Angst haben müssen, sondern die von uns geschaffene Technik, auf die wir uns blind verlassen, obwohl das sehr gefährlich sein kann. Der Philosoph des Atomzeitalters, Günther Anders (1902 - 1992), hat das prometheische Gefälle, das durch den technischen Fortschritt schon damals existierte und seitdem weiter angestiegen ist, bereits in seinem 1956 erschienenen Buch «Die Antiquiertheit des Menschen» als die grösste Herausforderung seiner Zeit bezeichnet. Er sah schon Mitte des letzten Jahrhunderts die immer grösser werdende Kluft zwischen der technischen Entwicklung und der Fähigkeit der Menschen, ihre Produkte zu verstehen und verantwortungsvoll damit umzugehen. Inhaltsverzeichnis Spiegelsplitterwahrheiten
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