Rodorf.de

Spiegelsplitterwahrheiten

Inhaltsverzeichnis Spiegelsplitterwahrheiten

Ist die Hormus-Blockade nur eine PR-Inszenierung?

Donnerstag, den 16. April 2026

In Anlehnung an den renommierten Geopolitik-Analysten Pepe Escobar gehe ich davon aus, dass diese Blockade nichts anderes als eine PR-Inszenierung ist, denn um eine echte Blockade durchsetzen zu können, so Escobar, bräuchte die USA eine gewaltige Armada – Schiffe, Zerstörer, Flugzeugträger, Helikopter, Schnellboote und Drohnen in enormer Zahl. Eine solche Armada existiert aber nicht.

Link zur Quelle

Und auch das, was mit der Blockade erreicht werden soll, beruht wohl ebenfalls nur auf US-amerikanischem Wunschdenken, denn die iranische Wirtschaft – nunmehr kriegserprobt – dürfte viel widerstandsfähiger sein, als der Rest der Welt, der ohne Öl und andere Produkte aus den Golfstaaten schon bald die Grenzen der Leidensfähigkeit erreicht haben wird, zumal die Folgen der Schließung der Straße von Hormus schon jetzt nicht zu übersehen sind und zwischenzeitlich sogar ein Ausmaß erreicht haben, das soziale Unruhen sogar in Europa (Irland) auszulösen beginnt. Und wenn dann noch zusätzlich, sozusagen als Reaktion des Iran auf die Blockade der US-Marine im Gegenzug der Zugang zum Roten Meer – gemeint ist die Straße von Bab al Mandab – durch die Huthis im befreundeten Jemen gesperrt werden sollte, dann dürfte der zu erwartende Schaden kaum noch zu reparieren sein, wenn der Eskalation kein Einhalt geboten wird.

Analyst und Kriegsberichterstatter Elijah J. Magnier, hat auf seinem Blog am 15.4.2026 folgenden Text gepostet:

Elijah J. Magnier:
Das iranische Militär hat signalisiert, dass Teheran, wenn die US-Marineblockade fortgesetzt wird, versuchen könnte, den kommerziellen Verkehr über das Rote Meer, den Golf und das Meer von Oman zu beschränken und jede anhaltende Einmischung in die iranische Schifffahrt als materielle Verletzung des Waffenstillstands und der Gründe für Vergeltungsmaßnahmen zu behandeln. Die Auswirkungen sind schwerwiegend. Ein solcher Schritt würde nicht nur einen bereits spröden Waffenstillstand zerstören; er würde einige der wichtigsten Energie- und Handelskorridore der Welt gefährden, die Wahrscheinlichkeit eines breiteren regionalen Krieges erhöhen und neue Schockwellen durch die Ölmärkte und den globalen Handel senden.

Link zum Post

Und was die Leidensfähigkeit der Iraner anbelangt heißt es bei Elijah J. Magnier wie folgt:

Jahrelange westliche Sanktionen haben Iran nicht zur Kapitulation erzogen. Sie haben das Land gelehrt, nach Alternativen zu suchen, mit Entbehrungen zu leben und sich anzupassen, ohne zu kapitulieren.

Daraus folgt: Um die bereits schon eingetretenen Schäden möglichst schnell zumindest einhegen zu können, wird - um das Wirklichkeit werden zu lassen - wohl jemand nachgeben müssen. Unwahrscheinlich ist, dass dies der Iran sein wird.

Das aber will Trump nicht einsehen.

Das liegt daran, dass er entweder ein sehr dummer Mann – oder ein sehr böser Mann oder beides ist, oder aber über Charaktereigenschaften und geistige Verfallserscheinungen verfügt, die Jeffrey Sachs, ein US-amerikanischer Ökonom und Professor an der Columbia-Universität, in einem Interview, das er am 14. April 2026 mit Piers Morgan führte, mit deutlichen Worten wie folgt schilderte.

Jeffrey Sachs: Wir haben ein sehr ernstes Problem. Es gab noch nie einen Präsidenten mit so einer Beeinträchtigung [frontotemporale Demenz die zum Verlust der Selbstkontrolle führt]. Es ist sehr gefährlich, aber ich möchte betonen, dass zusätzlich dazu auch unser gesamter Regierungsapparat kollabiert. Es gibt keine Beratungen mit dem Kongress. Der Kongress existiert praktisch nicht mehr. Der Nationale Sicherheitsrat existiert praktisch auch nicht mehr. Die Geheimdienste existieren praktisch nicht mehr. Sie rieten davon ab [den Iran anzugreifen]. Also haben wir eine Ein-Mann-Herrschaft und der eine Mann ist verrückt.

Link zu dem 3 Minuten dauernden Statement von Jeffrey Sachs auf X

Diese Meinung über den geistigen Zustand des Präsidenten wird in den USA von mehreren namhaften Psychiatern und Psychologen öffentlich vertreten.

Wie anders lassen sich denn auch die vielen widersprüchlichen Positionen des Präsidenten erklären?

Nur zur Erinnerung: Zuerst sollte durch die US-Militärmacht die Straße von Hormus gewaltsam geöffnet werden.

Nunmehr heißt die Parole: Die Straße von Hormus ist geschlossen, um sicherzustellen, dass auch die Schiffe den Persischen Golf nicht verlassen können, denen vom Iran die Ausfahrt erlaubt wird.

Anders ausgedrückt: Trump kopiert sozusagen den Iran durch eine weitere Blockade, um der bereits bestehenden Schließung der Straße von Hormus durch den Iran dadurch noch nachhaltiger blockiert wird, weil der Iran nunmehr selbst nicht mehr dazu in der Lage ist, Öl auszuführen, oder sich am Öl derjenigen Staaten zu bereichern, denen der Iran nach Zahlung einer Maut die Durchfahrt durch die Straße von Hormus gestattet.

Wie dem auch immer sei: Das, was bisher dadurch erreicht worden ist, das liest sich auf jeden Fall sehr unterschiedlich. Während die Washington Post den Erfolg der Blockade betont, kommen andere Medien zu ganz anderen Ergebnissen. Und während das Pentagon verkündet, dass seit der Blockade kein Schiff den Persischen Golf verlassen konnte, dürfte eher das Gegenteil zutreffen. Agenturen melden nämlich, dass mindestens 7 Schiffe unbehindert die Straße von Hormus passieren konnten.

Dennoch: Die Fähigkeit der US-Regierung, jede gewünschte Erzählung zu erstellen, zu verwalten und zu verbreiten scheint nicht nur unerschöpflich, sondern auch wirkmächtig zu sein, um die Weltöffentlichkeit glauben zu lassen, dass die bedingungslose Kapitulation des Iran bald zu erwarten sein wird.

Diese Propaganda scheint jedoch ihren Höhepunkt bereits überschritten zu haben, denn der Präsident wird selbst in den USA immer unbeliebter. Noch nie war die Zustimmung der Bevölkerung zu ihrem Präsidenten so gering wie heute, denn 52 Prozent der Befragten unterstützen bereits ein Amtsenthebungsverfahren, während 40 Prozent dagegen sind. Bemerkenswert ist auch, dass jeder siebte Republikaner ein Verfahren zur Amtsenthebung befürwortet.

Heute, am Mittwoch, den 16. April 2026, wird der Senat voraussichtlich über eine Resolution abstimmen, die Präsident Donald Trump daran hindern soll, weitere Angriffe auf den Iran anzuordnen.

Auch die 60-Tage-Marke der War Powers Resolution aus dem Jahr 1973 setzt Trump unter Druck, denn diese Regel sieht vor, dass, wenn der US-Präsident ohne die vorherige Zustimmung des Kongresses einzuholen, Streitkräfte in einen bewaffneten Konflikt schickt, der Präsident den Kongress innerhalb von 48 Stunden davon in Kenntnis setzen muss. Danach läuft eine Frist von 60 Tagen. Innerhalb dieser Zeit muss der Kongress entweder den Einsatz genehmigen oder den Krieg offiziell erklären. Geschieht das nicht, dann muss der Präsident die Truppen innerhalb von 60 Tagen zurückziehen. Mit anderen Worten: Bei der 60-Tage-Regel handelt es sich um eine Art Notbremse, die eine dauerhafte Kriegsführung auf Anordnung des Präsidenten ausschließt.

Der US-Präsident scheint sich aber wohl mehr um seine Jesusbilder zu interessieren, die zurzeit wichtiger zu sein scheinen, als die Suche nach Möglichkiten, den Krieg dauerhaft zu beenden.

Das eine Jesusbild, das Trump als Jesus den Heiler präsentierte, hat der US-Präsident von seiner Truth-Social-Plattform entfernen lassen, weil der Protest gegen diese Geschmacklosigkeit einfach zu laut wurde. Am 15.4.2026 veröffentlichte der Präsident ein neues Jesusbild.

Link zum aktuellen Jesusbild

Jeffrey Sachs dürfte recht haben, wenn er sagt: dieser Mann ist verrückt.

TOP 

Inhaltsverzeichnis Spiegelsplitterwahrheiten