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Empörung oder Widerstand?

Freitag, den 10. April 2026

In der französischen Zeitung Le Monde heißt es in der Online-Ausgabe vom 9. April 2026 bereits in der Überschrift wie folgt:

„Der Präsident der Vereinigten Staaten ist eindeutig verrückt“.

An anderer Stelle heißt es:

Trumps eskalierende Rhetorik wirft Fragen über seine psychische Gesundheit auf. Und: Mitglieder des Kongresses sind fassungslos über die grobe und völkermörderische Sprache, die vom Präsidenten verwendet wird. Sie haben damit begonnen, den Artikel 25 der US-Verfassung zu diskutieren, der es dem Kongress ermöglicht, den Präsidenten für ungeeignet zu erklären und Exekutivbefugnisse an den Vizepräsidenten zu übertragen.

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Für US-Amerikaner ist diese Überschrift sowie eine diagnostizierte Geisteskrankheit ihres Präsidenten nicht neu, denn in den USA wird schon seit geraumer Zeit sowohl über den geistigen Zustand von Donald Trump als auch über den geistigen Zustand von Netanjahu diskutiert, denn bei beiden handelt es sich um bösartige und machtbesessene Narzissten, die sogar über die nukleare Vernichtung ihrer Feinde befehligen und die gegebenenfalls sogar dazu bereit sind, auf den "Roten Knopf" zu dürcken.

Warum? Beide sind davon überzeugt, dass sie Messias sind, die Gottes Werk tun. Und was den US-Präsidenten Donald Trump anbelangt, den haben bereits mehrere angesehene Psychologen und Psychiater mit der standardisierten Hare Scale auf Psychopathie untersucht und dabei festgestellt, dass die dabei erzielten Ergebnisse deutlich über dem diagnostischen Cutoff Punkt liegen, so zumindest heißt es in einem Artikel auf der Website „Markingreport.com“ vom 3. August 2014.

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Trump is a Psychopath

Empört euch und leistet Widerstand

Der Satz „Empört euch!“, ist der Titel eines berühmten Essays des französischen Diplomaten, Lyrikers und Essayisten Stéphane Frédéric Hessel (1917 - 2013), das 2010 publiziert und ein Bestseller wurde.

Damals ging es um einen Aufruf zum friedlichen Widerstand gegen die Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft, gegen die Diktatur des Finanzkapitalismus, gegen die Unterdrückung von Minderheiten und natürlich auch um Widerstand gegen die ökologische Zerstörung unseres Planeten. Stéphane Frédéric Hessels zentrale Botschaft lautet:

Empörung ist der erste Schritt zum Widerstand.

Heute würde Stéphane Frédéric Hessel sicherlich voller Überzeugung auch zu einem friedlichen Widerstand gegen jegliche Form von Krieg aufrufen.

Während das über die Osterfeiertage in den USA Millionen von Menschen getan haben und gegen „King Donald“ auf die Straße gegangen sind, sind die Ostermärsche in Deutschland im Vergleich dazu erschreckend unauffällig gewesen.

In Deutschland gehen wohl nur dann Hunderttausende auf die Straße, wenn von Remonstration gesprochen wird. Vielleicht liegt aber auch fehlende Kriesangst daran,  dass die Deutschen meinen, dass Krieg sie nichts angeht. Nicht einmal der politische Wille, Deutschland wieder kriegsfähig zu machen, reicht aus, um dagegen öffentlich zu protestieren.

Das Widerstandsrecht der Unabhängigkeitserklärung 1776

Das Widerstandsrecht in der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten ist ein zentraler Gedanke der politischen Philosophie dieses Dokuments, dessen Kernaussage lautet: Menschen haben das Recht, sich gegen eine Regierung zu wehren oder sie abzusetzen, wenn diese ihre grundlegenden Rechte verletzt.

Wie dem auch immer sei: Das Widerstandsrecht in der Unabhängigkeitserklärung besagt, dass, wenn eine Regierung die natürlichen Rechte der Menschen verletzt, die Menschen sie stürzen und eine neue Ordnung schaffen dürfen.

Zurzeit wird in den USA diskutiert, ob gegen Präsident Donald Trump das Impeachmentverfahren (Amtsenthebungsverfahren) eingeleitet werden soll.

Das Widerstandsrecht im Grundgesetz

Im Artikel 20 Abs. 4 des Grundgesetzes heißt es: „Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“

Das Widerstandsrecht erlaubt es den Bürgern Deutschlands, sich gegen Angriffe auf die verfassungsmäßige Ordnung zu wehren – also gegen Versuche, die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu beseitigen. Dieses Widerstandsrecht greift aber nur dann, wenn jemand aktiv versucht, die demokratische Ordnung abzuschaffen, alle legalen Mittel ausgeschöpft sind und anders als durch Widerstand die verfassungsgemäße Grundordnung des Grundgesetzes zu beseitigen.

Anders ausgedrückt: Auch wenn in Deutschland viele über Kriegsfähigkeit, Aufrüstung und auch viel über die Bereitschaft, den Ukraine-Krieg zu finanzieren, diskutiert wird, reicht das wohl kaum aus, von einer Bedrohung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung ausgehen zu können.

Das Widerstandsrecht des Gewissens

Das „Widerstandsrecht des Gewissens“ ist kein ausdrücklich formulierter Artikel im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, sondern ein abgeleitetes Prinzip, das sich vor allem aus der Gewissensfreiheit ergibt. Das „Widerstandsrecht des Gewissens“ bedeutet, dass Menschen aus innerer moralischer Überzeugung Widerstand leisten können, erforderlichenfalls sogar unter Missachtung staatlicher Regeln – aber nicht schrankenlos und nicht automatisch straflos.

Dennoch: Wenn die Macht keinen Grenzen mehr unterliegt, ist die einzige verbleibende Kontrolle der Macht das Gewissen des Volkes. Und wenn das Volk meint, dass die Kriege von heute nicht zu rechtfertigen sind und folglich sofort beendet werden müssen, oder es für erforderlich gehalten wird, die schuldenfinanzierten Kriegsvorbereitungen in Deutschland zumindest einzuhegen, dann sind das Gewissensentscheidungen, die friedliche Widerstandshandlungen durchaus zu rechtfertigen vermögen.

Papst Leo XIV. am Gründonnerstag in Rom

In der Osterbotschaft des Papstes heißt es:

Wir dürfen nicht länger gleichgültig bleiben! Und wir dürfen uns nicht mit dem Bösen abfinden. Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder. Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, entscheide sich für den Frieden. Nicht für einen Frieden, der mit Gewalt erzwungen wird, sondern durch Dialog.

Und:

„Wir gewöhnen uns an die Gewalt, wir finden uns mit ihr ab und werden gleichgültig. Gleichgültig gegenüber dem Tod tausender Menschen. Die Kraft, mit der Christus auferstanden ist, ist völlig gewaltfrei.“

Der Papst schloss seine Appelle mit einem direkten Aufruf an die politischen Führer der Welt, darunter US-Präsident Donald Trump. Er forderte die Staatschefs auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und Wege zur Reduzierung der Gewalt zu finden.

Wie dem auch immer sei:
Auch an Hannah Arendt sei in diesem Sachzusammenhang erinnert, der Autorin des Buches von der »Banalität des Bösen«, dessen Kernaussage sich in einem Satz zusammenfassen lässt. Dieser Satz hat folgenden Wortlaut:

Hannah Arendt: Das Böse entsteht aus dem Versagen des Denkens.

Und was die politischen Entscheidungsträger anbelangt?

Diesbezüglich besteht zumindest die Hoffnung, dass die wenigen Erwachsenen unter ihnen, gemeint sind die verantwortungsbewussten nationale Führer, die sich weiterhin dem Völkerrecht verpflichtet fühlen, dazu bereit sein müssen, ihre Zurückhaltung aufzugeben.

Es wird nicht einfach sein, aber sie müssen es zumindest versuchen.

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