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Spiegelsplitterwahrheiten Der Krieg im Iran ist breits unser Krieg Montag, den 23. März 2026 Sowohl Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) als auch der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der SPD im Deutschen Bundestag, Dirk Wiese, vertreten die Überzeugung, dass uns der Krieg im Iran nichts angeht. Deutlicher lässt sich Naivität nicht ausdrücken. In der Regierungserklärung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zum Europäischen Rat am 19./20. März 2026 und vor dem Deutschen Bundestag am 18. März 2026 in Berlin heißt es: Regierungserklärung: Solange der Krieg andauert [gemeint ist der im Iran], werden wir uns daran nicht beteiligen, in der Straße von Hormus etwa mit militärischen Mitteln freie Schifffahrt zu gewährleisten. Am 21. März 2026 wird Dirk Wiese (SPD) in der Onlineausgabe der Süddeutschen Zeitung vom 21.3.2026 wie folgt zitiert: Es ist nicht unser Krieg. Mit diesem Satz drückt Dirk Wiese die Position der SPD zu diesem Krieg aus, der sich letztendlich auch in dem Beschluss des EU-Gipfels wiederfindet, in dessen wichtigstem Beschluss es sinngemäß heißt: Man wird sich nicht aktiv am Iran-Krieg beteiligen. All diese Positionen verkennen aber, dass sowohl Deutschland als auch die EU sich bereits mitten in diesem Krieg befinden. Zumindest gibt es in Deutschland einen Ort, gemeint ist Ramstein in der Pfalz, bei dem es sich um einen zentralen Ort handelt, über den die USA ihre gesamte Logistik steuert, sowohl was den Krieg in der Ukraine als auch was den Krieg im Iran anbelangt. Nur zur Erinnerung: Die Ramstein Air Base in der Pfalz, nahe Kaiserslautern, ist einer der bedeutendsten US-Militärstützpunkte außerhalb der USA. Als riesige „Air Base“ prägt sie die Region und wird dort als „kleines Amerika“ bezeichnet. Die Ramstein Air Base ist zwar kein amerikanisches Staatsgebiet, sie gilt aber rechtlich als befriedetes Gebiet und unterliegt US-Sonderrechten sowie einer weitreichenden Immunität, weshalb sie de facto „der Hoheitsgewalt des deutschen Staates entzogen ist“, obwohl die Air Base völkerrechtlich als ein Teil Deutschlands anzusehen ist. Was bedeutet das im Hinblick auf den Iran-Krieg? Ganz einfach: Deutschland unterhält in Ramstein eine Militärbasis, über die die gesamte Logistik des Krieges im Iran abgewickelt wird. Deutschland ist somit, genauso wie das bei den Golfstaaten der Fall ist, in denen die Amerikaner ja auch Militärstützpunkte enthalten, sowohl aus der Sicht des angegriffenen Iran als auch aus völkerrechtlichen Gründen, eine Kriegspartei, denn als Kriegspartei ist jede Beteiligung an einem internationalen oder nicht-internationalen bewaffneten Konflikt teilnimmt indem dort militärische Gewalt einsetzt oder organisiert wird. Von Letzterem kann ausgegangen werden. Was bedeutet das? Deutschland befindet sich im Bündnis mit den USA und alle politisch Verantwortung tragenden Personen wissen, dass alle amerikanischen Einsatze, die sowohl den Ukraine- als auch den Iran-Krieg betreffen, von Deutschland aus koordiniert und gesteuert werden. Zu meinen, dass uns der Iran-Krieg nichts angeht, bedeutet, Straußpolitik zu betreiben, besser gesagt den Kopf in den Sand zu stecken. Noch einmal: Deutschland ist die logistische Drehscheibe Amerikas für weltweite Militäreinsätze der USA im Nahen Osten. Das war auch im Irak-Krieg so, obwohl damals Bundeskanzler Schröder auch sagte, dass wir da nicht mitmachen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass alle Logistik, besser gesagt der gesamte Nachschub, der zur Kriegsführung benötigt wird, über Deutschland organisiert wird. Das ist so. Wir werden diesbezüglich auch gar nicht gefragt. Übrigens: Wir wissen ja nicht so ganz genau, was da in Ramstein eigentlich abläuft. Fazit: Da der deutsche Staat keine Möglichkeiten hat, darauf einzuwirken, was in Ramstein geschieht, wird uns wohl nichts anderes übrig bleiben, als uns mit den Realitäten abzufinden, die von den USA in Ramstein geschaffen werden, denn die Amerikaner haben in Ramstein einfach das Sagen. Wer das anders sieht, der sollte möglichst schnell aus seinem Traum erwachen. Dazu gehört auch das Erwachen, immer noch daran zu glauben, dass Deutschland keine Kriegspartei ist. Und was das Völkerrecht anbelangt? Eine Kriegspartei im Sinne des Völkerrechts ist ein Staat oder eine organisierte bewaffnete Gruppe, die unmittelbar und aktiv an Kampfhandlungen in einem internationalen bewaffneten Konflikt beteiligt ist. Davon kann ausgegangen werden, denn von Ramstein aus werden die Koordinaten für die Ziele von Drohnen, Raketen und Bomben den US-Streitkräften im Nahen Osten zur Verfügung gestellt, die dann auf der Grundlage übermittelter Koordinaten angegriffen werden. Wer meint, darin keinen unmittelbaren Zusammenhang zu aktiven Kriegshandlungen zu sehen, weigert sich, Zusammenhänge anzuerkennen. Inhaltsverzeichnis Spiegelsplitterwahrheiten
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